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Der Doppelband 159/160 beinhaltet 42 Gedichte von Ludwig Uhland (1787-1862) und erreichte zu seinen Lebzeiten 42 Auflagen, die immer wieder erweitert wurden.

Als Uhland 1815 seine Gedichte herausgab, setzte er dem Bändchen eine Widmung voran: "Lieder sind wir / Schickt uns in die neue Welt." Auf dem Korrekturbogen stand dann allerdings " Leder sind wir..."
Uhland trug ein i über dem e ein und erhielt die letzte Korrekturfahne mit dem Vers: " Leider sind wir..."

Eines der Gedichte in diesem Gedichtband ist "Der gute Kamerad". In seiner vertonten Version von Friedrich Silcher ist es noch heute ein fester Bestandteil militärischer Beisetzungen, sowohl bei der deutschen Bundeswehr, als auch im österreichischem Bundesheer und der österreichischen Polizei.
Das Lied erfreut sich einer solchen Bekanntheit, dass es sogar im nicht deutschsprachigen Ausland bekannt ist, in englischer, französischer, italienischer und spanischer Übersetzung existiert und dort teilweise sogar zum traditionellen Liedgut zählt.

Ich hatt’ einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
In gleichem Schritt und Tritt. (Strophe 1)

Vielleicht gründet sich diese Beliebtheit in der Klarheit und Nüchternheit des Gedichtes. Es gibt keine Wertung ab oder schlägt sich gar auf eine Seite. Es neigt, ganz nach Uhlands Gewohnheit, nicht zur Kriegsschwärmerei oder zu Gefühlsergüssen, sondern zu präzisen Darstellungen von Gegebenheiten, die der junge Uhland 1809 beim Einsatz der badischen Truppen gegen die Tiroler empfand.

Wir empfehlen den Blick ins Buch und den Text zum "Guten Kamerad" unter:
http://gutenberg.spiegel.de/buch/ludwig-uhland-gedichte-5084/9

Linktipp:
Uhland. Des Sängers Fluch. Königs Erläuterungen Spezial